Augen auf bei Tieren in not

 

Viele Tierfreunde wenden sich an uns, wenn sie in ihrer Umgebung Tiernotstände beobachten. Oft handelt es sich um die Tierhaltung des Nachbarn, um die Haltungen von Weidetieren oder auch von Tieren in Zirkusbetrieben.

 

Wir haben als Tierschutzorganisation rechtlich keine Handhabe gegen Missstände vorzugehen. Weder dürfen wir fremde Grundstücke betreten, noch können wir Auflagen erlassen oder Tiere fortnehmen.

 

Grundsätzlich zuständig für die Umsetzung des Tierschutzes ist die örtliche Veterinärbehörde. Nur diese darf dem betroffenen Tierhalter Auflagen machen, Tierhaltungsverbote aussprechen oder Tiere beschlagnahmen. In akuten Fällen ist auch die Polizei berechtigt einzugreifen und Tiere sicherzustellen.

 

Veterinäramt des Rheinisch-Bergischen Kreises in Bergisch Gladbach:  

Telefon  02202/13-2815

http://www.rbk-direkt.de/Organisationsstrukturdetail.aspx?id=84

 

Veterinäramt Leverkusen:

veterinaeramt@stadt.leverkusen.de

https://www.leverkusen.de/vv/oe/orga/135/orga/21/orga/42/145010100000013622.php

 

Voraussetzung für das Handeln der Behörde ist eine genaue Sachverhaltsaufklärung, die Sie mit Ihren detaillierten Beobachtungen unterstützen.

 

Bitte merken Sie sich deshalb die „6 großen W´s".

 

1. Wer hat

2. was

3. wann

4. welchem Tier

5. wo

6. womit zugefügt?

 

Sammeln Sie Beweise, die diese Angaben belegen (schriftliche Zeugenaussagen, Fotos, tierärztliche Bestätigungen etc.). Die gesamten Unterlagen senden Sie bitte an das örtlich zuständige Veterinäramt mit der Bitte um Überprüfung der jeweiligen Tierhaltung. In schwerwiegenden Fällen können Sie sich auch direkt mit Ihrer Strafanzeige an die Staatsanwaltschaft wenden. In akuten Notfällen kann auch die Polizei Ihr Ansprechpartner sein.


Wenn Katzen nicht mehr nach Hause kommen

 

Bereits in der Vergangenheit hat die Tierhilfe Leichlingen e. V. darauf aufmerksam gemacht, dass im Bereich Märzgäßchen / Heinrich-Gier-Straße / Lessingstraße / Heinestraße / Kleiststraße / 

Mittelstraße in Leichlingen ein vermehrtes Verschwinden von Katzen zu verzeichnen war.

 

So wurden allein im Zeitraum Oktober 2016 bis heute der Tierhilfe Leichlingen e. V. 12 Fälle von vermissten Katzen gemeldet. Es handelte sich zumeist um zutrauliche Katzen, die sich normalerweise in der Nähe ihres Zuhauses aufhielten. Einige kamen (teils auch erst nach Monaten) zurück, einige blieben verschwunden.

 

In drei Fällen wurde die Katze in Langenfeld stets in der Nähe des Flughafens in desolater Verfassung aufgefunden. Dieser Umstand lässt vermuten, dass zumindest einige Katzen gezielt verschleppt wurden.

 

Einer von ihnen war der Kater Smoky. Das Frauchen von Smoky ist heute noch tief ergriffen. Um das Bewusstsein der Anwohner und Katzenhalter für solche Vorkommnisse zu schärfen und vielleicht sogar Personen, die Tieren so etwas antun, die Folgen ihres Handelns aufzuzeigen, hat Smokys Frauchen das Schicksal des Katers und das damit verbundene Leiden der Besitzer aufgeschrieben und die Tierhilfe Leichlingen e. V. gebeten, dies an die Öffentlichkeit heran zu tragen.

 

Es folgt ein Gastbeitrag.


Gastbeitrag:

 

Am Valentinstag, den 14.2., kam unser Smoky morgens nicht mehr nach Hause. Er ist nachts gerne draußen, kommt entweder durch die Katzenklappe rein oder steht vor der Wohnzimmertüre, wenn ich die Rolllade hochziehe, und freut sich auf sein Frühstück. Bis mittags habe ich mir noch keine schlimmen Sorgen gemacht, weil ich dachte, dass er vielleicht bei den Nachbarn ist, die ihn auch schon mal füttern.

 

Ab Nachmittags wurde ich zunehmend unruhiger und begann mir Sorgen zu machen. Als es dunkel wurde, war mir klar, dass etwas nicht stimmt. Wir haben uns aufgemacht ihn zu suchen, die Nachbarn gefragt, ob sie ihn gesehen haben. An den folgenden Tagen haben wir Plakate mit der Vermisstenmeldung aufgehängt und in die Briefkästen der Nachbarn geworfen. Online wurde Smoky über die Tierhilfe Leichlingen e. V. und Dogman Tierhilfe e. V. gesucht. Aber Smoky blieb verschwunden. 

 

Mein Mann und ich haben uns große Sorgen gemacht, weil es zu dieser Zeit sehr kalt war. Wir hatten Angst, dass er irgendwo eingesperrt ist und erfriert. Man muss vielleicht auch noch wissen, dass wir Smoky vor drei Jahren aus dem Tierheim geholt haben und er sehr verstört war. Er hatte Angst vor Fremden und auch wir haben viel Geduld gebraucht, bis er zu uns Vertrauen gefasst hatte. Erst kurz vor seinem Verschwinden hatten mein Mann und ich dann endlich das Gefühl, dass er nun wirklich bei uns „angekommen“ ist. Umso schlimmer, dass er in diesem Moment verschwand. 

 

In der dann folgenden Zeit habe ich viele Tränen vergossen, weil ich mir vorgestellt habe, was er wohl gerade durchmacht aber immer auch noch gehofft, dass er nicht zu sehr leidet und wiederkommt. Als er aber nach mehr als vier Wochen in dieser kalten Jahreszeit immer noch verschwunden war, haben mein Mann und ich beide unabhängig voneinander plötzlich gedacht „jetzt ist er tot, die Kälte kann er draußen nicht überlebt haben“. Auf der einen Seite hat es mich ein bisschen erleichtert, weil ich dachte, egal in welcher schlimmen Situation er auch war, nun hat er es überstanden. Auf der anderen Seite war ich aber auch sehr traurig, dass ich ihn nicht mehr wiedersehen würde. Und für Smoky tat es mir unendlich leid, dass er nach einem nicht so guten Start in sein Katzenleben dann bei uns ein schönes Zuhause gefunden hatte und ihm das jemand genommen hatte. Er hatte durch Menschen viel Ungutes erleben müssen.

 

Dann kam der 28. März. Ein Anruf vom Tierheim Hilden. Smoky war in Langenfeld auf der Carl-Leverkus-Straße aufgefunden, mit einer Katzenfalle eingefangen und im Tierheim Hilden abgegeben worden. Aufmerksame Menschen hatten Smoky einige Tage gesehen und gemerkt, dass mit ihm etwas nicht stimmte, weil er als Rassekatze herumstreunerte und ganz verwildert aussah. 

 

Als ich ihn im Tierheim Hilden abholte, bot sich mir ein Bild des Jammers. Er hatte rund 25% seines Körpergewichts verloren, das Fell war ihm großflächig am Körper ausgefallen und er hatte Flöhe. Ich bin vom Tierheim aus sofort zum Tierarzt. Dort wurde er liebevoll untersucht und versorgt und ich konnte ihn mit nach Hause nehmen. 

 

Als er endlich wieder zu Hause war, saß er zunächst nur da und starrte vor sich hin und wankte leicht, wahrscheinlich, weil er einen Schock hatte. Sobald er mich nicht mehr sah, fing er an zu schreien. Ich habe also in den nachfolgenden Nächten auf der Couch geschlafen, um bei ihm sein zu können. Die Flöhe wollte ich nicht so gerne in meinem Bett haben. Da sich auch seine Bauchspeicheldrüse durch den ganzen Stress entzündet hatte, hatte er starken Durchfall und er musste mehrere Wochen danach noch medikamentös behandelt werden und zum Tierarzt.

 

Aber Smoky ist ein Kämpfer! Mit viel Geduld und Zuwendung hat er diese schlimme Zeit gut überstanden. Er ist wieder gerne draußen und viel unterwegs. Ich hoffe, dass er nie wieder verschwindet. 

 

Katzenmama Brigitte

(oben ein vorher/nachher-Bild)